8.1.09

GT-Academy macht Träume wahr : Lucas Ordoñez

GT Academy-Gewinner Lucas Ordoñez plaudert auf gtacademy.eu über den Gewinn des Wettbewerbs, das Leben als Rennfahrer und das Überwinden von Angst.

Wie lautet dein Resumee der GT Academy in Silverstone?

Das GT Academy-Finale steckte voller Überraschungen. Die Tests waren viel härter als erwartet, insbesondere die körperlichen Belastungstests waren extrem anstrengend. Das Absolvieren der Fahrertests war eine unglaubliche Erfahrung. Wir sind mit den unterschiedlichsten Wagen gefahren wie z. B. Formula Silverstone, Caterham Seven, Nissan 350z und dem spektakulärsten von allen, dem Nissan GT-R.

Wie hat sich dein Leben nach dem Sieg verändert?


Mein Leben hat sich komplett verändert. Ich habe unheimlich viele Interviews gegeben und war an den Wochenenden eigentlich nur noch in England und nicht mehr in Madrid. Es ist ganz schön hart, weil ich meine Zeit zwischen dem Studium und dem Training für die Rennen aufteilen muss. Ich habe allerdings sehr viel Unterstützung erhalten. Es haben mich Leute angerufen, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen habe, und das ist wirklich wunderbar.

Hat sich deine Meinung über die Welt des Motorsports geändert, seit du ein Teil von ihr geworden bist?

Um ehrlich zu sein, muss man diese Welt selbst erlebt haben, um sie begreifen zu können. Die Welt des Motorsports ist wahnsinnig komplex. Man muss auf extrem viele Faktoren achten, wenn man ein Rennen gewinnen will.

Wie sehr hast du dein fahrerisches Können bereits verbessern können?

Ich habe den Vorteil, dass ich mich voll auf das GT Academy-Team verlassen und immer um Rat fragen kann. Natürlich gewöhne ich mich auch an das Auto und werde so immer schneller.

Warst du sehr nervös, als du bei deinem ersten echten Rennen an den Start gegangen bist?

Man ist eigentlich bei jedem Rennen ein bisschen nervös. Das ist vollkommen normal. Wenn man bei einem Rennen erfolgreich sein will, ist hundertprozentige Konzentration gefragt.

Hast du nicht Angst vor einem wirklich schlimmen Unfall?

Meiner Meinung nach ist man im Rennsport fehl am Platz, wenn man Angst hat. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein lässt sich die Angst überwinden. Ich habe riesengroßen Respekt vor dem Rennsport und gebe jedes Mal mein Bestes.

Wie reagieren andere Fahrer darauf, dass du über die GT Academy in den Rennsport gelangt bist?

Am Anfang waren sie total perplex, als sie von der GT Academy und der Zusammenarbeit mit PlayStation gehört haben. Mittlerweile spricht allerdings niemand mehr darüber. Im Grunde genommen bin ich ein Konkurrent wie jeder andere auch.

Welcher Ratschlag ist dir besonders im Gedächtnis geblieben, seit du im Rennsport-Business bist?

Ich habe so viele gute Ratschläge erhalten. Aber jeden Tag, wenn ich aufwache, muss ich daran denken, wie lange ich bereits von einer solchen Chance geträumt habe. Ich möchte diese Möglichkeit auf keinen Fall ungenutzt lassen und neue Menschen kennenlernen sowie immer weiter wichtige Erfahrungen sammeln.

Glaubst du, dass Videospiele wirklich eine geeignete Vorbereitung für den realen Rennsport sein können?

Das Spielen von "Gran Turismo" verbessert meine Reflexe und hilft mir, mein Bremsverhalten in den Kurven zu optimieren. Der größte Unterschied ist jedoch, dass man bei "Gran Turismo" immer die Möglichkeit hat, Fehler zu korrigieren. Im echten Rennsport kann ein einziger Fehler verheerende Folgen nach sich ziehen.

Was war bislang dein Lieblingswagen?


Vor der GT Academy war immer der Porsche 911 Turbo mein Lieblingswagen. Mittlerweile ist es aber zweifellos der Nissan GT-R.

Gab es einen Zeitpunkt, an dem du gedacht hast, dass du dem Ganzen nicht gewachsen sein könntest?

Am Anfang war es wirklich schwierig, weil ich mich erst an die neuen Wagen, die Menschen und die unterschiedlichen Rennstrecken gewöhnen musste. Das hat sich aber mittlerweile gegeben und ich bin rundum glücklich.

Wie steht es mit deiner Erwartungshaltung bezüglich des 24-Stunden-Rennens in Dubai?

Durch die Teilnahme mit dem Nissan PlayStation-Team geht für mich ein Traum in Erfüllung und natürlich werde ich mein Bestes geben, um das Rennen zu gewinnen.